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Bettenturm

Die Klingel des Aufzugs macht keinen Klang. Einen Ton schon. Aber der ist so hell, dass er eher ein Leuchten ist.

Ich bin seit fast fünf Jahren im Bettenturm der Charité. Ich laufe viel, denn zwischen der Information und der Lieferantenauffahrt gibt es keinen Aufzug. Nur eine halbe Treppe nach unten.

Ich wasche mir oft die Hände. Denn mir kommt hier mit der Zeit alles immer schmutziger vor. Keinen Türgriff kann ich anfassen ohne Ekel. Und wenn ich mal auf die Publikumstoilette gehe, weil unsere wieder kaputt ist, dann spüle ich die Pisse der Besucher aus dem Pinkelbecken, damit sich meine eigene nicht mit ihr vermischt.

Unsere Intensivstationen sind nicht nach Krankheiten sortiert. – Falsch: Nicht unsere. Es sind die Intensivstationen der Charité, die nicht nach Krankheiten sortiert sind. Immer wieder mache ich diesen Fehler. Und manchmal, wenn ich mit dem Gefühl, kein externer Dienstleister zu sein, sondern dazu zugehören, den Satz wie aus der Pistole auf einen Besucher abschieße, dann lachen die umstehenden Ärzte und Schwestern mich aus. Nicht laut. Aber ich sehe es um den Mund.

Vorhin nickte der Bezirksleiter Nord-Ost mir vom Aufzug aus zu, bevor er nach oben fuhr. Unser Auftrag wurde neu ausgeschrieben. Ob Securitas ihn noch mal bekommt ist unklar. Aber in einem Technikpark in Weißensee ist eine Nachtschicht frei geworden.

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