Skip to content

Kategorie: Bolognese-Berlin

So gesehen wie ein Mittagsschlaf: Bolognese im Bonfini

Gegessenes Nichts, nicht im Sinne von belanglos, sondern im Sinne von ich-weiß-nicht-mehr, wir haben viel geredet, mein Gegenüber und ich, aber nicht so viel, dass ich mir diese Lücke in der Erinnerung erklären kann. Die Lücke ist auch nicht vollständig, an den Geschmack des Parmesans erinnere ich mich, der schmeckte wie der von Rewe, das ist was Gutes (wie Salami bei Kaisers), an das Aussehen erinnere ich mich auch, kleinere Fleischklumpen in rot, auch wichtig, weil die meine Grundsorge vor jeder unbekannten Bolognese, nur Italo-Soljanka zu bekommen, auf den ersten Blick ausräumten. Auch die Temperatur spüre ich noch, hinten links am Gaumen, und der Rest, na klar, der liegt im Magen, nicht zu schwer, denn zu viel war es nicht. Allein der Geschmack der Bolognese. Der ist verloren gegangen zwischen Wie-geht-es-Deiner-Familie und dem Wer-hat-den-besseren-Physiotherapeuten-Battle. Lag das an ihr? Ist es eine gute Eigenschaft, weder erinnerbar schlecht, noch erinnerbar gut zu sein? So gesehen war sie wie ein Mittagsschlaf, von dem man häufig auch nur das Ergebnis kennt. Man selbst in besser als davor. EUR 6,50 inklusive Entspannung im Bonfini in der Chausseestraße.

 

Kommentieren

Klar wie Weinkritik: Bolognese im Istoria

Jimmi – nennen wir ihn mal so, denn wir kennen seinen Namen nicht – Jimmi war zu Scherzen aufgelegt. Und das war cool. Denn obwohl Jimmi allen Grund gehabt hätte, um schlechte Laune zu haben (drei seiner Mitarbeiter kamen an diesem Sonntagnachmittag nicht und Jimmi musste den ganzen Laden alleine schmeißen), war das Gegenteil der Fall und mein Kumpel und ich waren nach unserem Besuch im Istoria am Kollwitzplatz besser drauf, als vorher.

Aber die gute Laune lag nicht nur an Jimmi. Und sie hatte auch nicht allein damit zu tun, dass dieser Nachmittag in dieser Zwischenzeit zwischen Sommer und Herbst lag, in der alles mal so und mal so und man selbst so-na-so-halt ist, NEIN: Es lag an dieser Bolognese! Wie die war? Diese Bolognese rangierte am oberen Ende ihrer Möglichkeiten! Haha. Ist natürlich Quatsch. Also: So über Essen zu sprechen ist Quatsch. Jedenfalls dachten mein Kumpel und ich das, als er eine Weinkritik zitierte und wir uns vorstellten, was man sich darunter vorstellen soll. Doch dann kam die Einsicht: Denn auf welche andere Weise soll man sonst sagen, dass diese Bolognese so toll ist, dass Du die ganz Zeit nur whow und mmmh und oooh im Mund denkst (ja, dort!) aber am Ende doch nicht so einhundertprozent überzeugt bist. Ja, dachten mein Kumpel und ich: Wie der Weintyp. Deshalb: Unbedingt hingehen, wer eine richtig gute Bolognese will und keine Angst vor Original-BB (Berliner Bedienung) hat. Fruchtig, ohne fleischig zu sein und dabei nicht zu tomatig (und trotzdem roter als der Iro von dem Typen, der da um die Ecke wohnt). Krisselig war das Fleisch auch noch ganz besonders  (das ist was Gutes und man sieht es auf dem Bild). 6,80 Euro ist ein guter Preis für die Gegend. Achso: Pfefferminze on top? An Basilikum-Mangel kanns nicht gelegen haben, denn mein Kumpel hatte genug davon auf seinen Gnocchi (Jimmi so: Gnotschi). Ziemlich fresher Style, könnte man sagen. Oder so. Ist aber auch egal, das ganze Gerede, denn: einfach essen. Ist nämlich unbedingt empfehlenswert.

Kommentieren

No diversity, please: Bolognese im Vapiano

Bolognese hat nun mal nichts mit Diversity zu tun. Quatsch sind deshalb rohe Karottenstifte, die kurz vorm Abpfiff noch in die Pfanne geworfen werden.

Denn rohe Karottenstifte sind eben roh und damit anders als der Rest dessen, was man im Mund hat und dadurch fallen sie eben einfach negativ auf. Frische? Mal was anderes? Keine Ahnung, bei mir kam die Message nicht an. Nur pseudogesundes Knacken.

Viele komische Menschen sagen über Systemgastronomie ja viele komische Sachen. Ich dagegen gehöre zu den Menschen, die auch heute nicht leugnen, dass das Coolste am Geburtstag als Kind immer war, dass man zu McDonalds durfte. Und deshalb habe ich auch die Bolognese bei Vapiano ausprobiert. Rechtfertigung Ende. So. Jedenfalls war das am Potsdamer Platz in Berlin (wo auch die U2 abfährt). Obwohl die Örtlichkeit, genau wie der Rechtsanwalt, der in der Schlange hinter mir stand und ins Handy brüllte, dass er gleich in den Call muss, ja eigentlich keine Rolle spielt, denn: richtig, in der Systemgastronomie ist alles austauschbar.

Ergebnis: gut, viel und mittelmäßig teuer. Als der Mann hinter dem Tresen die Nudelsorte, deren Namen ich nicht mehr weiß, aus der Papiertüte in das Kochsieb schütte (das Sieb erinnerte als einziges an McDonalds), schoss reflexhaft aus mir heraus die Frage nach weiterem Brot. Aber ich hatte mich geirrt, denn am Ende war ich total voll. Die Bolognesesoße war fein (wir reden von der Konsistenz) und krisselig, so wie das cool ist und auch nicht zu tomatig, also insgesamt total richtig nur: viel zu wenig. Schaut mal auf das Foto. Sieht da einer rot? Ja, schon. Aber eben nicht genug. Ein schöner Schwung extra hat dem Ganzen gefehlt, um spitze zu sein.

Sieben und ein paar zerquetschte Euro für die insgesamt gute Bolognese minus ewiges Anstehen (Mittagszeit) minus Ölflecken und andere Reste auf dem Tisch sind dann aber nur mittelmäßig. Ingesamt: Vor zwölf und nach zwei absolut empfehlenswert. Nur vorher laut ohne Möhren rufen.

Kommentieren

Soljanka-Style: Bolognese im Via Nova

Dass das Foto ein bisschen hässlich geworden ist, ist irgendwie bezeichnend, denn eine Schönheit (wie diese vier) ist sie wirklich nicht, die Bolognese aus dem Via Nova in der Universitätsstraße, gleich um die Ecke vom Bahnhof Friedrichstraße.

Vielleicht ist das ja ein Zeichen für besonders selbstgemachte Kost. Aber es ist auf jeden Fall nicht mein Style. Diese Bolognese wirkte auf mich ein bisschen wie wir-werfen-alles-rein-was-weg-muss. Fleischstückchen? Also wir reden nicht von Hackfleisch-Stückchen. Sondern so Fleisch-Fleisch. Saure Gurke? Kleine Pilzteile? Keine Ahnung. Bei Bolognese kann ja jeder machen, was er will. Aber schön ist was anderes.
Anders der Geschmack. Denn der ist super und vor allem nicht zu tomatig. Das berücksichtigen viele Bolognese-Artists nicht genug. Mittelmäßig, also genau in der Mitte zwischen zu viel und zu wenig gewürzt war sie, sodass ich nicht nachhelfen musste und die Nudeln waren genau so (getrennt geschrieben), dass man sie weder hart noch weich nennen könnte, also perfekt. Der Parmesan frisch (was bei dem Preis nicht selbstverständlich ist) und die Kellnerin, also wirklich, total nett. Der Laden selbst wirkt irgendwie lieblos eingerichtet aber seine Lage ist toll und, wer Bolognese nicht mag: die Pizzen sind, wie ich aus eigener Anschauung weiß, die besten im Umkreis von zwei Kilometern. Nochmal zur Bolognese: € 6,90 auf der Mittagskarte und alles in allem über dem Strich.

Kommentieren