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Dass Du Thema bist (3, 2, 1 Deins)

Du kommst an und sie wirkt beschäftigt, fast so, als wärst Du unerwartet gekommen; wirkt noch mitten in einer Sache, fast so, als hättest Du nicht fünf Minuten zu spät, sondern zehn zu früh geklingelt; wirkt nicht ganz fixiert auf Dich, fast so, als gäbe es noch andere Dinge, als Dich. Alles anders, als erhofft aber eben nur fast.
Denn dann trittst Du in ihr Zimmer und siehst: das Bett ist schon gemacht. Und Du erkennst, dass Du nicht erst seit Deiner Ankunft Thema bist und erinnerst Dich: wie Du beim letzten Mal Dein Bett bezogen hast. Und Du erinnerst Dich an die Gedanken, die Dir dabei kamen, die Gedanken an sie, erinnerst Dich, an Dich: wie Du vor der Decke stehst, mit den Zipfeln in der Hand, schon drei Stunden, bevor sie kam, erinnerst Dich, wie Du schüttelst und den gerade rechtzeitig getrockneten Bezug riechst und dabei lächelst, denn von Deinem Geruch war auch noch was drin und der ist wichtig, wusstest Du, auf den kommt es ihr an, hat sie geschrieben, Whatsapp, als sie in die U-Bahn stieg bei sich, und dass sie fast nicht mehr warten kann, auf Dich.
An all das erinnerst Du Dich: wenn Du jetzt vor ihrem Bett stehst und die frisch bezogenen Kissen siehst und weißt, dass Du nicht erst seit Du fünf Minuten zu spät geklingelt hast, bei ihr bist, da, nein, drei Stunden vorher schon: als sie Dir ein Bier kalt stellte, zwei Stunden vorher schon: als sie den kleinen Pickel abdeckte, eine Stunde vorher schon: als sie die Playlist sortierte, ganz und gar.

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