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Portrait: Kai

Er sah mich an, als sitze ich auf seinem Platz. Dann setzte er sich doch. Kai biss von der hinteren Seite ab, denn das Fleischpad hatte sich bei den ersten zwei Bissen hinten durch die Hälften geschoben. In seinen Händen sah der Cheeseburger winzig aus und die folgenden auch. Kai nahm die Kaufland Cola aus der Bundeswehrtasche. Er war so groß, dass der Geruch aus seinen alten Nike Schuhen auf dem Weg bis zu seiner Nase verflogen, jedenfalls so dünn geworden sein muss, dass er ihn nicht mehr störte. Kai nahm seinen Kopf in beide Hände und drehte ihn, einmal links, einmal rechts, das Kinn leicht nach oben. Dabei sah er mich an. Auf Kais T-Shirt war ein Star Wars Kämpfer. Kai spielte auf der gesamten Fahrt zwischen Erfurt und Halle auf seinem iPhone 6 Plus ein Spiel, das machte, dass Kais Kopf wippte. Als jemand anderes unsicher war, ob er auf einem reservierten Platz sitzt, sagte Kai, der Zug hält zwischendurch ja nicht an und lächelte mit einer Tendenz von besserwisserisch weg hin zu lieb. Man hat so ein Bild von Kai, wenn man ihn so sieht. Nur ob es das richtige ist, weiß man nicht. Und mit man meint man ich.

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