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Wie es Dir geht

Es ist schade, so geht es mir in letzter Zeit oft durch den Kopf, es ist schade, dass wir uns nicht mehr schreiben, uns dabei, keinen Kontakt mehr aufzunehmen, zeigen, dass wir kein Interesse mehr aneinander haben. Es ist schade, das zu sehen und dabei im Hinterkopf zu haben, wie sehr wir uns für einander interessiert haben, wie liebevoll wir miteinander umgegangen sind, wie wir, eingeschüchtert von uns selbst und von anderem Mist, Mist gebaut haben und damit doch immer bewiesen haben: Dass wir uns wichtig sind.

Vor diesem Hintergrund ist das schade, das Wort trifft es am besten, dass wir vorgeben, uns nicht mehr wahrzunehmen und das ist schade, obwohl es ja die besten Gründe dafür gibt, so zu handeln, besser: auf unsere Weise nicht zu handeln, eben so, wie wir es tun: Nichtstun. Es ist mal wieder, das Gefühl hatte ich schon mal, als würden wir etwas wegwerfen, jetzt, da wir so handeln und unterlassen und es ist natürlich wie beim letzten Mal auch, nicht ganz klar, was das ist, das wir da wegwerfen. Immerhin, es gibt Ideen davon, was es ist, und diese Ideen, die haben gar nicht mehr zwanghaft etwas mit der großen Liebe zu tun, es genügt ja schon eine Freundschaft wegzuwerfen zu jemandem, zu dem man, wie man sagt, einen Draht hat, mit dem man, wie man sagt, dieselbe Wellenlänge hat, eine Freundschaft zu so jemandem wegzuwerfen, in dem man sie nicht mehr unterhält, das ist ja schade genug, genügt also, um schade gefunden zu werden. Oder so. Und das ist auch deshalb schade, weil es mir vorkommt, als wollten wir das beide nicht.

Wie können denn zwei, die den Draht zwischen sich und die Wellenlänge entdeckt haben, sich nicht mehr füreinander interessieren. Das können ja nur Gründe sein, die keine wichtigen sind gemessen an dem Verlust, den sie bereiten. Und das kann kein Wille sein, der so etwas verlangt. Denn ein Wille verlangt doch nicht, was man nicht wollen kann. Ich würde gerne wissen, wie es Dir geht, würde Dich das gerne fragen und zwar so, wie es gemeint ist, ohne, dass die Frage cool klingt, in dem sie besonders knapp und unmittelbar formuliert wird, ohne dass sie besonders säuselig klingt, in dem sie auf alte Zeiten rekurriert, einfach so, wie es gemeint ist, würde ich Dich gerne fragen, wie es Dir geht und: eine Antwort bekommen, die von Dir erzählt.

4 Kommentare

  1. […] handelt sich dabei um Ihre erste richtige Beziehung, die mit der großen Liebe, die, die Sie in der Zwischenzeit so verklärt haben und sich wenigstens immer dann ins Gedächtnis rufen, wenn es mal wieder scheiße läuft in […]

  2. Sehr schön geschrieben und voll auf den Punkt gebracht !

  3. The.Rip.Tide The.Rip.Tide

    I couldn´t have said it better myself.

    „Weil glücklich ist nur der, der auch vergisst!“ – Herbert Grönemeyer

  4. Christoph Knappe Christoph Knappe

    Herzlichen Dank für das Lob!

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